Die SPHERE Software besteht aus einer Client-Applikation, die auf dem Computer eines Benutzers zu Hause oder in einer Ausstellung installiert ist, und einem Server, mit dem alle Clients über das Internet kommunizieren.
 
 
 
 

I. SPHERE CLIENT

Die Sphere Software ist eine Audio- und Video-unterstützte, dialogisierte Windows-Applikation. User auf dem Internet oder Ausstellungen registrieren sich vor einem Download per Email Adresse beim Sphere Webserver. Die Software installiert sich auf Doppelklick über die Standard-Installations-Prozedur des entsprechenden Betriebssystems als speicherresidentes (TSR/Dämon) Programm, das bei Systemstart automatisch ausgeführt wird. Sie ersetzt im Dialog mit dem Benutzer veraltete Treiber und Bibliotheken und legt eine moderne lokale Single-User Datenbank an. Die Software kann nach dem Launchen einer Sphere im Vordergrund oder resident laufen.

Das Client-Programm umfaßt 4 Applikationen – Sphere Desktop Parasite, Sphere Launch, Sphere Simulator und Sphere Arrival.
 

I.1 Internet Client

Sphere Desktop Parasit

Die Applikation analysiert das laufende System nach Ein- und Ausgabegeräten (Kamera, Mikrophon, Tastatur, Maus, parallele und serielle Kommunikationsschnittstellen, Intranet- und Internetverbindung, Videokarte, Lautsprecher, etc.) und versucht, diese anzusprechen. Sie untersucht den Inhalt der Festplatte selbstständig auf für den Teilnehmer persönlich relevante Daten wie private Dokumente und Emails.

Der Desktop Parasit installiert sich möglichst nah an der Wurzel des Systems, so daß er vor allen anderen Applikationen Ein- und Ausgabe empfängt. Er hat dadurch transparenten Zugriff auf das Benutzerverhalten an Tastatur und Maus, die Verwendung von Anwendungssoftware, etc.. Er kann diese beobachten und auswerten:

User 1:  “benutzt Textverarbeitungssoftware und Tabellenkalkulation,  fast keine Anwendungssoftware installiert, Arbeitszeit 8:00 h morgens – 16:00 h nachmittags”,
User 2:  “benutzt vorwiegend Spiele oder surft auf dem Internet, Arbeitszeit: 22:00 h abends – 4:00 h morgens”,

kontrolliert den gesamten Kommunikationstransfer der Benutzer:

-  “schreibt regelmäßig (Rhythmus a) an x, y und z; zu t, u, v, w quartalsmäßiger (Rhythmus b) Kontakt. x und u wohnen in der Nähe (100 km) von ihm entfernt”;
-  “unterhält sich auf IRC channel x nachts lange mit y obwohl er gegen 8 Uhr morgens zur Arbeit muß. Er ist männlich. y ist weiblich.”;
-  “Faxverkehr (Rhythmus a) mit Firma C, Adresse des Hauses, postalische Adresse, Mailadresse, Telephon/Faxnummer, Bild des Hauses.”,

und kann aus der Analyse der gesammelten Daten Schlüsse auf die Persönlichkeit des Teilnehmers ziehen. Die Applikation überträgt die so ermittelten Rhythmen, Verhaltensweisen, Vorlieben, Kanäle, Adressen, Lokaldaten und Benutzeridentifikationen in regelmäßigen Abständen an den Server.

Sphere Launch

Beim ersten Start der Software wird ein Trailer eingespielt, der das Projekt und die Software erklärt. Anschließend kann der Benutzer seinen Internetclient beim Sphere Server im Internet registrieren, um eine Sphere abzuschicken und so am weltweiten Sphere Event teilzunehmen. Der Benutzer gibt dabei Namen, Adresse, evt. seine Internet-Website, und Längen- und Breitengrad seines Standortes ein. Er wählt einen Zielort, an dem seine Sphere einschlagen soll. (Die Message wird weltweit alle von der Sphere überflogenen Orte, die im Sphere Netzwerk registriert sind, erreichen.)  Die Applikation erstellt eine Collage aus relevantem Bild- und Textmaterial des Teilnehmers. Der Sphere Message Editor schlägt ihm die generierte Message zum Editieren vor.

Bei Abschuß wird aus den vom User eingegebenen Daten ein Objekt erstellt und an den Server übertragen. (s. II. Simulator Server)
 

Sphere Simulator

Die Software berechnet danach echtzeitabhängig die Orbitbewegung und aktuelle Position aller Spheres weltweit und wird dazu in regelmäßigen Intervallen vom Server geupdated. Die Zeit bis zum nächsten Einschlag einer Sphere wird berechnet und auf einem Countdown Display dargestellt.
Das System erwartet eine tägliche Verbindung zum Server und lädt den Benutzer dazu ein, diese herzustellen, wenn die lokalen Daten veraltet sind und eine korrekte Darstellung des globalen Events nicht mehr zulassen. Sobald der Benutzer eine Verbindung zum Internet aufnimmt, versucht das Programm den Sphere Server zu erreichen, neue Userbeobachtungen zu übertragen und ein Message Update zu empfangen. Der Server schickt außerdem Updates der Sphere Message des Benutzers, wenn diese sich durch das Überfliegen registrierter Orte oder das Verfügbarwerden neuer Daten über seine Person ändert. Der Client generiert Anblicke des lokal vorhandenen Datenmaterials.
 

Sphere Arrival Generator

Bei nahender Sphere Ankunft am Beobachtungspunkt alarmiert der Server die Client-Anwendung und lädt die für den Arrival Event benötigten Daten in die Datenbank auf der Maschine des Benutzers. Bei Einschlag werden alle verfügbaren Ausgabegeräte aktiviert, um die durch die fremde Sphere ausgelöste Veränderung der Athmosphäre, Erschütterungen und ihre Message darzustellen.
 

Spezifikationen:

Systemvoraussetzungen:

- min. 100 MHz PC with win95/win98/win_nt4.0 or LINUX installed; eingeschränkter UNIX client support
- 64 MB RAM
- 100 MB Festplattenplatz
- Internetverbindung: 28.800 bps Modem oder besser (ISDN)
- Optional: Sound-Ein/Ausgabe, Kamera-Ein/Ausgabe, Dateneingabe, Custom-Ein/Ausgabe (s.u.)

Daten:

- Die nichtmißbräuchliche Verwendung der gesammelten Daten wird durch ISEB/TÜV (IEC 1508) zertifiziert.
- Datenbank: objektorientiert, erstellt über Filter auf dem Client eine selektive asymetrische Replikation/Perspektive der Datenbank auf Serverseite. Ein Cache speichert oft angefragte Daten und ein External Request Manager verwaltet nichterfolgreiche Anfragen.
- Internet Client: TCP/IP und CORBA
- Generic/Native/Custom: Die Implementation des graphischen User Interfaces und der Netzwerkkommunikation erfolgt generisch und plattformunabhängig (JAVA o.ä.). Die GUI integriert native Ein- und Ausgabemodule für verschiedene Datensorten (Bild, Text, Sound, Video, Controldata, Custom) und einen Object Request Broker (ORB), der Kontrolldaten an Ausgabegeräte vermittelt. Wenn ein Benutzer ein neues Ausgabegerät erfindet (die Motorsteuerung des Diskettenlaufwerks), wird dieses als custom Modul in das Sphere System integriert.